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02.06.19 20:08

Achtklässler verfassen eigene Gedichte

Die Klasse 8b hat sich im 2. Teil der Lyrik-Einheit selbst dem Verfassen von Gedichten gewidmet. Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler völlig freie Hand und durften alle Stilmittel nach Belieben einsetzen. Inhaltlich lassen die Werke aufhorchen, denn sie könnten aktueller nicht sein. Die Texte wurden anschließend noch mit einer Erläuterung versehen und im Unterricht vorgestellt. Exemplarisch gibt es hier ein paar Auszüge und eine Erläuterung:

La vérité - die Wahrheit

Die scheinbar wahre Lüge                                                       

Der sich jeder füge

Niemand spricht sie wirklich aus

Da es jedem vor der Wahrheit graust

Niemand denkt darüber nach,

was er vor zwei Sekunden sprach

Das Lächeln falsch, die Worte schlimm

Macht da das Leben einen Sinn?

Hinterlistig, arrogant

Stehen sie da, Hand in Hand

La vérité - die Wahrheit spricht,

wird sie enthüllt scheint klares Licht

Auf die Dunkelheit der Lügen

Auf das Lächeln wie aus Stein

Möge dieser Schein dich trügen

Doch die Wahrheit holt sie ein

C´est la vie - So ist das Leben

Grausam nur, Tag ein - Tag aus

Solch ein trauriges Bestreben

Schmeiß doch all die Schatten raus!

Doch wie wär es ohne Lügen

Säh es dann ganz anders aus?

Eine Welt ohne Betrügen

Ein schöner Traum, doch, doch, durchaus

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Doch wenn du die Wahrheit kennst

Bist du um echtes Gold bereichert

 

Von: Helin, Marie, Feline

 

   WAS WIR HABEN WOLLEN WIR NICHT

 

Das, was wir wollen, das haben wir nicht.

Das, was wir haben, das wollen wir nicht.

Da wo wir sind, da wollen wir nicht bleiben.

Das, was wir haben wollen, da gehen wir hin,

das ist das Lebens Sinn!

 

Von: Luka und Evgenii

 

 

Wahre Liebe findet immer ihren Weg

 

Gar wirkte die Welt so fein,

war doch alles nur Schein.

Die Welt zerbrach in tausend Teile,

der Untergang, war fern, nur eine Meile.

 

Die Kinder malten schon den Tod,

denn die Straßen waren blutrot.

Die Älteren konnten nicht mehr nach Haus,

denn von nun an sahen sie nur noch den Graus.

 

Es schauderte allen den Rücken runter,

denn von nun an war keiner mehr munter.

Sogar die taube Oma hörte es schallen,

als die Bombe war hier gefallen.

 

Alles brach im Chaos aus,

denn der Krieg nahm seinen Lauf.

Es knallte und schoss durch all die Bänder,

Unsicherheit in all den Ländern.

 

Nebenan, da gab es ein Paar,

deren Leben schien wunderbar.

Doch durch den Krieg verloren sie einander,

und all den Beistand des jeweils anderen.

 

Die Flammen der Liebe wurden kleiner,

doch die Zeit war ein Heiler.

Irgendwann vergaßen sie sich,

doch die Liebe, sie erlosch nicht.

 

Ein Jahrzehnt später kam die Ruh,

und die früher mal Geliebten fanden sich im Nu.

Die Menschen waren wieder glücklich,

und die Trauer verschwand minütlich.

 

Von: Adem und Sama

 

 

Das Gedicht und seine Gestaltungsmethoden

 

In dem Gedicht werden durchgehend Paarreime benutzt.

 

Es werden sprachlich Bilder benutzt, wie zum Beispiel:

V.4         der Untergang, war fern, nur eine Meile

= weil eine Meile nicht gerade viel ist, aber auch nicht direkt vor der Tür ist, zeigt es, dass der Untergang kommt, aber man etwas dagegen machen kann.

 

V.18     Doch die Zeit war ein Heiler

= sagt aus, dass die Zeit nach einer Weile den Herzschmerz heilt, weil man nach einer Weile irgendwann jeden vergisst.

 

 Wir haben als Vorlage für das Gedicht den Krieg in den Ländern wie z.B. Syrien, Afghanistan usw.

und viele Leute sagen auch, dass die Welt langsam untergeht durch die Erderwärmung und die Umweltverschmutzung.

Da immer gesagt wird, dass Liebe durch alles geht und es eine schöne Wendung in unser Gedicht bringt, haben wir es eingebaut.

 

Im Winter     von Astrid Rose

 

 

Ein kalter Tag,

so viel Schnee,

der Wind ist stark,

ein gefrorener See...

 

Kein Weg,

kein Ziel.

                 

Völlig planlos in der Gegend,

die Kleidung nass

wie im Regen.

 

Kein Weg,

kein Ziel.

 

Auf einmal in der Ferne,

viele leuchtende Sterne.

 

Ein Weg,

ein Ziel.

 

Der Weg ist nicht mehr weit.

Es geht nach Hause,

dennoch vergeht die Zeit

wie eine Ewigkeit.

 

Doch endlich

am Ziel.

 

Wie ein Wolf unterwegs,

nun angekommen,

vor Kälte geflohen,

nun von Wärme aufgenommen.

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